Oedometerversuch / Kompressionsversuch

Der Oedometerversuch, auch Einaxialer Kompressionsversuch genannt, nach DIN EN ISO 17892-5 ist ein einaxialer Druckversuch mit verhinderter Seitendehnung zur Bestimmung des Setzungsverhaltens von Böden. Die Norm 17892-5 beabsichtigt die gängige internationale Praxis wiederzugeben und ersetzt dabei die nationale Norm DIN 18135.

Anwendung

Der Versuch wird im Erd- und Grundbau verwendet, um das Konsolidationsverhalten (Zusammendrückung bzw. Hebung) von Böden zu untersuchen. Der zylindrische Probenkörper wird in einer speziell konstruierten Zelle (Oedometerzelle) bei verhinderter seitlicher Ausdehnung stufenweise vertikal axial belastet bzw. entlastet. Durch Filterscheiben in der Oedometerzelle kann der Probenkörper in axialer Richtung entwässern.

Prüfgerät

Geeignet sind alle Prüfpressen, die eine stufenweise Belastung und Entlastung in axialer Richtung erlauben. Die aufgebrachte Normalspannung ist während des gesamten Versuches mit einer Genauigkeit von 1 % oder mit einer max. Abweichung von 1 kPa vom jeweiligen Sollwert der Laststufe konstant zu halten. Das Aufbringen einer Laststufe hat laut Norm innerhalb von 2 Sekunden zu erfolgen. Zur Messung der Probensetzung werden nach Norm Verformungsaufnehmer bzw. Messuhren mit einer Auflösung von 2µm bei Setzungen bis 10 mm bzw. 10 µm bei Setzungen größer 10 mm empfohlen.

Eine selbsttätige Aufzeichnung der Kraft- und Setzungsmessdaten durch das Gerät bzw. einen Computer wird nach Norm empfohlen und ist bei allen unseren Prüfgeräten zur Durchführung von Oedometerversuchen gegeben:

Versuchsdurchführung und Auswertung

Mit einem dünnwandigen Ausstechzylinder wird die Probe aus einem Probenkörper ausgestochen. Die Endflächen sind planparallel abzuziehen. Die ausgestochene Probe wird in das Prüfgerät bzw. die entsprechende Oedometerzelle eingebaut und in axialer Richtung in mehreren Stufen belastet bzw. entlastet. Die gemessenen Setzungen bzw. Hebungen werden mit den zugehörigen Spannungen im Druck-Setzungs-Diagramm protokolliert.
Die Versuchsauswertung erfolgt in der Regel unter der Annahme, dass der zu untersuchende Boden gesättigt ist.